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Weihnachtswerbung – Spiritualität im Profanen



Liebe Leserinnen und Leser,


mitten in unserer modernen, säkularisierten Welt gibt es immer wieder spirituelle Momente, die in unsere profane Welt eindringen. Seit letztem Jahr habe ich in dieser Hinsicht für mich Weihnachtswerbefilme entdeckt, die immer mehr Firmen im großen Stil produzieren. Auf YOU TUBE kann man eine große Auswahl davon anklicken:
Einige davon habe ich letztes und auch dieses Jahr in unseren Adventsgottesdiensten in St. Gabriel vorgestellt… - und auf einen bestimmten Werbeclip einer großen deutschen Supermarktkette möchte ich mich hier als mein Weihnachtswort für 2017 beziehen:

Weihnachten – Zeit sich zu versöhnen [2017]


Der Ruf des Weihnachtsengels „Friede auf Erden!“ verhallt buchstäblich manchmal schon in der eigenen Familie… .
Wie weit und wie schwer dann der Weg der Versöhnung sein kann, wenn es eskaliert ist und Beziehungen zerbrochen sind… - das zeigt der kleine, vielleicht 2 Minuten lange Film mit dem Titel „Weihnachten – Zeit sich zu versöhnen“ …:
Der Film beginnt damit, dass eine ältere Frau in ein Kinderzimmer kommt und ein Deja vu erlebt, genauer: einen Streit mit ihrer Tochter, der schon lange zurückliegt:
Wortfetzen sind zu hören: „Das geht Dich gar nichts an!“ schreit die sichtbar schwangere Tochter, während der Streit eskaliert und Kissen fliegen. Man hört den Vorwurf der Mutter „Das nun nicht auch noch!“
Dann den Schrei der Tochter „Das ist mein Leben!“ und „Ich hasse Dich!
Und darauf die Antwort der Mutter: „Raus!“
Traurige Instrumentalmusik untermalt daraufhin den Film.
Die Mutter wird gezeigt, wie sie unter der Trennung von der Tochter und dem Enkelkind leidet. Immer wieder schaut sie die rotweiß karierte Decke der Tochter an
Und so verläßt sie eines Tages ihr Haus mit genau jener Decke – und macht sich auf den Weg. Ihr Mann begleitet sie zur Tür – und dann geht sie in einen zugefrorenen See.
Sie bricht im Eis ein, kämpft um ihr Leben, aber hält die Decke dabei immer fest.
Sie kommt frei, läuft durch einen dunklen Wald, wo ihr ein gefährlicher Wolf begegnet, der sie anknurrt und bedroht.
Sie schaut dem Wolf in die Augen und vertreibt ihn immer noch die Decke festhaltend, als Nebel und aufkommt und sie auf einmal auf einer Bergkuppe steht nicht erkennen kann, ob die nächsten Schritte in einen Abgrund führen…
Doch: Sie tut den nächsten Schritt – und der Nebel verzieht sich, eine Haustür wird sichtbar und sie klingelt… .
Ihre älter gewordenen Tochter macht die Tür auf und die Mutter hält die Decke hin und sagt nur leise „Hallo“.
Die beiden umarmen sich – und die Musik wird leichter und fröhlicher.
In der letzten Szene ist dann zu sehen, dass die beiden Türen räumlich nur ein paar Meter waren, aber die Mutter innerlich eine lange, anstrengende Reise unternommen hat, um hier den ersten Schritt zu wagen.
Eingeblendet wird dann:
„Wie weit der Weg auch scheint – Es ist Weihnachten – Zeit sich zu versöhnen – [und dann folgt der Name der Supermarktkette]“

Ein rührender, ein berührender, ein aufrüttelnder Werbefilm, in dem auch der Werbeträger angenehm in den Hintergrund rückt. Wie schnell werden wir ungerecht zueinander, sagen Dinge, die wir später bereuen, mischen uns in das Leben anderer ein, weil wir meinen, wir wüßten es besser… ?
Besonders deutlich ist dabei für mich der innere Weg mit all den Schwierigkeiten und Hindernissen dargestellt, die auf dem Weg zur Versöhnung lauern… .
Welche Kraft es kostet, diesen ersten Schritt zu gehen – und eine Brücke zueinander aufzubauen… - das finde ich hier sehr gut visualisiert.

Liebe Weihnachts-Gemeinde,


Werbung muss immer am Zeitgeist dran sein, Werbung reflektiert immer auch gesellschaftliche Zustände und Bezüge –
sonst würden die Produkte, für die geworben wird, nicht gekauft werden.
Ich erkenne in solchen Filmen wie diesen das große Thema unserer modernen Welt, so sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein, dass wir keine Zeit füreinander mehr haben.
Hier aber gehen die Werbemacher noch ein bisschen weiter:
Hier schaffen sie es meiner Meinung nach tatsächlich, Menschen für die Botschaft von Weihnachten zu sensibilisieren und mitten in unserer säkularisierten und profanisierten Welt etwas Spirituelles zu vermitteln und wachzurütteln.

Auf den Mitmenschen zuzugehen, ihm eine Freude zu machen – oder vielleicht sogar eine Brücke zu ihm oder ihr zu bauen… .
Und wenn das gelingt, dann ist ADVENT, dann ist die Ankunft Gottes in unserem Leben nicht mehr fern, dann ist wirklich Weihnachten!!!
In diesem Sinne: Gesegnete und friedliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Ihr Pastor Sven Lundius

Erklärung: St. Gabriel gegen Thor Steinar



Der Kirchengemeinderat der Ev. Luth. Kirchengemeinde St. Gabriel in Barmbek unterstützt ausdrücklich die einstimmige Resolution des Regionalausschusses Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg-Hohenfelde vom 20.3.2017 gegen den neuen Treffpunkt der rechtsradikalen Szene in Barmbek.
Auch der KGR sieht in einem Laden wie der Filiale der sogenannten „Nordic Company 1999“ in der Fuhlsbüttler Str 257 einen Bezugspunkt der Neo-Nazi-Szene. Denn: Hinter der „Nordic Company“ verbirgt sich das Modelabel „Thor Steinar“, das als identitätsstiftendes Erkennungszeichen unter Rechtsextremen gilt. Auf nahezu allen Kleidungsstücken tauchen typische Runensymbole oder positive Bezüge zur deutschen Kolonialgeschichte sowie zum Nationalsozialismus auf. Läden wie die Filiale in Barmbek tragen über die Verbesserung der rechtsextremen Infrastruktur dazu bei, menschenverachtendes, antiliberales und damit für die Gesellschaft gefährliches Gedankengut zu fördern. Dies steht der Botschaft der Liebe des Evangeliums Jesu Christi zutiefst entgegen.
Daher unterstützt der KGR den friedlichen Protest gegen jegliches rechtsradikales Gedankengut. Er ruft den Vermieter / Eigentümer auf, das Mietverhältnis schnellstmöglich aufzulösen und fordert die Politik zu Maßnahmen zur Schließung dieses sogenannten Bekleidungsgeschäftes auf.

Barmbek, den 6.4.17 Der Kirchengemeinderat der Ev-Luth Kirchengemeinde St Gabriel in Barmbek

Der KGR beruft sich auf die Resolution der Bezirksversammlung HH-Nord:

Resolution des Regionalausschuss-BUHD


Barmbek trauert und betet



Hamburg Journal - 30.07.2017


Zwei Tage nach der Messerattacke in Barmbek, bei der ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt wurden, sind die Anwohner noch immer fassungslos. Gemeinsam haben sie der Opfer gedacht.

Zum Beitrag auf www.ndr.de

» Unser KGR-Wahl Flyer


"Weihnachten im Supermarkt" - eine wahre Geschichte von Sven Lundius


Liebe Leserinnen und Leser,
Was heißt eigentlich "Weihnachten"… ?
Was bedeutet es, die geweihte, heilige Nacht zu feiern, in der Gott Mensch geworden ist…?
Bedeutet es: Gutes Essen, einen geschmückten Tannenbaum und viele Geschenke…?
Oder eher: Familienstreß, erzwungene Heiterkeit oder Einsamkeit?
All dies ist auch mir nicht fremd und habe auch ich schon einmal so oder so zu Weihnachten erlebt, aber für mich ist im Laufe der letzten Jahre immer deutlicher geworden: Weihnachten heißt für mich: Licht kommt in die Dunkelheit!
Weihnachten ist für mich dann, wenn das Licht der Hoffnung durchbricht in die Dunkelheit dieser Welt mit ihrem Egoismus und ihrer unmenschlichen Härte. Weihnachten ist für mich dann, wenn das Licht der Liebe zu uns Menschen durchkommt und von uns weitergetragen wird, so dass wir die Dunkelheit um uns nach und nach erhellen… . Für mich ist Weihnachten daher auch nicht genau bestimmbar und schon gar nicht auf einen einzigen Tag eingrenzbar. Nein, für mich ereignet sich Weihnachten dann, wenn Licht durchbricht in die Dunkelheit. Das kann am Heiligabend im 15 Uhr beim Kripppenspiel, der 17 Uhr Vesper oder der 23 Uhr Christmette sein… - muß aber nicht!!!

Was ich damit meine, wenn das Licht der Weihnachtsbotschaft buchstäblich durchbricht und Menschen verändert, habe ich vor 14 Jahren einmal völlig überraschend in einem Supermarkt erfahren. Diese wahre Geschichte habe ich am 4. Advent in St Gabriel im Gottesdienst mit der Gemeinde geteilt - und möchte ich sie auch unseren online LeserInnen nicht vorenthalten - ich nenne sie "Weihnachten im Supermarkt":

Es war vor 14 Jahren am Heiligabend 2001.
Mein erstes Weihnachtsfest in den Marschlanden in meinen neuen Gemeinden stand bevor. Ich hatte mich auf die drei Gottesdienste, soweit es ging, gut vorbereitet und aß mit meiner Familie zeitig so gegen 13:15 Uhr zu Mittag, um gestärkt durch den Nachmittag und Abend zu gelangen. Plötzlich sagte meine Frau mit einem Beben in der Stimme:
"Sven, wir brauchen noch Flüssigschlagsahne. Sonst wird das Weihnachtsessen eine Katastrophe, zumal Du ja Deine Eltern einladen musstest. Bei den Nachbarn habe ich schon gefragt, keiner hat etwas. Du musst noch schnell Flüssigschlagsahne einkaufen…!" Nach mehreren Jahren Ehe konnte ich den Tonfall, die Gestik und Mimik meiner Frau inzwischen ganz gut einschätzen - und ich erkannte sofort, dass jegliche Diskussion hier nur zu einem veritablen und wahrscheinlich lautstarken Ehestreit führen würde - etwas, was ich heute am Heiligabend so gar nicht brauchen konnte. Ich schluckte also mein Essen runter und sagte: "Gut, dann fahr ich aber sofort los zum Einkaufen, um 15 Uhr ist mein erster Gottesdienst!" Als ich aufstand, meldete sich mein Sohn Pascal, damals 2 Jahre alt, mit den Worten: "Papa, kann ich mitkommen zum Einkaufen?" Mein Sohn wusste genau, dass beim Einkaufen spätestens an der Kasse irgendeine kleine Süßigkeit für ihn abfiel - und spekulierte genau darauf. Auch hier weitere Diskussionen vermeidend, nahm ich ihn mit, schnallte ihn in seinen Kindersitz und fuhr mit unserem Auto zum nächstgelegenen Supermarkt am Fleetplatz in Neu-Allermöhe-West, wo ich nach einigen Schwierigkeiten endlich einen Parkplatz fand. Ich schaute auf die Uhr: 13:45 Uhr.

Ich weiß nicht, ob Sie, liebe Gemeinde, schon einmal um 13:45 Uhr am Heiligabend in einem Supermarkt einkaufen waren… - ich hatte jedenfalls den Eindruck, halb Hamburg hätte gleich mir noch irgendetwas in letzter Minute einzukaufen und einzuholen. Der Supermarkt war jedenfalls küppeldickelvoll.
Damit mein Sohn buchstäblich nicht unter die Räder kam, setzte ich ihn vorne in den Einkaufswagen - da konnte er jedenfalls nicht in der Menge Verschütt gehen. Die H-Flüssigschlagsahne fand ich schnell und wollte dann auch stante pede zur Kasse.
Dort aber stauten sich an allen 6 Kassen lange Schlangen voller ungeduldiger Leute - offensichtlich gab es irgendein Problem mit der online Verbindung der EC-Karten… . Vielleicht kennen Sie das ja auch, man hat die Wahl von 6 Kassen - und irgendwie pickt man sich diejenige aus, wo man noch ein bisschen länger warten muss… - so auch an jenem Heiligabend. "Frau Müller, kannst Du mal kommen, Kasse 4 braucht ein Storno…" hörte man eine Ansage über Lautsprecher - und ich stellte fest, dass ich natürlich vor der Kasse 4 stand.

14:01 Uhr. Langsam wurde die Situation ungemütlich.
Gefühlt mehrere hundert Menschen auf engem Raum, die alle zur Kasse wollten.
Mehr und mehr ging es ruppig zu, "He, ich war zuerst da!" schallte es von rechts, "Stell dich hinten an, sonst gibt`s was" kam es von links und von vorne bekam ich mit, wie sich zwei mittelalterliche Frauen fast an die Gurgel gingen. Mitten in diesem Chaos hatte es nun meinen Sohn, mich und 5 Flüssigschlagsahne-Tütchen verschlagen, als Pascal auf einmal anfing zu singen. Mit seiner kleinkindhaften, nicht sehr lauten Stimme sang er: "Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht, nur das traute hochheilige Paar, holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh…"
Die Wirkung dieses Liedes aus einem Kindermund war beeindruckend.
Ausgehend von dem Einkaufswagen, wo er drin saß, breitete sich eine Zone der Ruhe mitten in dieser chaotischen und angespannten Unruhe aus. Die streitenden Frauen vor mir, wurden plötzlich still, links und rechts neben mir blickten sich die Leute verschämt um und hielten inne und der eine oder die andere in den langen Schlangen vor den Kassen fing auf einmal an, mitzusummen… . Plötzlich entkrampften sich die Menschen- so, als ob sich ein Knoten gelöst hätte - und es schien fast so, als würden sich die Einkaufswagenschlangen schneller auflösen… . Ein zweijähriger Junge hatte es geschafft, mit seinem Weihnachtslied den hektischen und gestressten Menschen um ihm herum einen Spiegel vorzuhalten - und das Licht der Weihnachtsbotschaft anzuzünden… .

Ich weiß nicht mehr, wie lange dieser besondere Moment anhielt, bestimmt waren es nur ein paar Minuten. Ich kam tatsächlich, wenn auch knapp, rechtzeitig zu meinem Krippenspielgottesdienst um 15 Uhr und die Flüssigschlagsahne rettete das Weihnachtsessen und die Weihnachtsstimmung bei mir zu Hause… .

Inzwischen ist dies auch 14 Jahre her, mein Sohn ist jetzt über 16 Jahre alt, er kauft schon lange nicht mehr mit mir ein, aber dieser Moment ist uns beiden unvergessen geblieben. Denn nicht nur uns wurde klar, dass sich in diesem Moment am Heiligabend 2001 gegen 14 Uhr im Edeka Supermarkt am Fleetplatz 4 Hamburg Neuallermöhe-West Weihnachten ereignet hatte - indem die Weihnachtsbotschaft mitten im Supermarkt durchbrach wie ein Lichtstrahl in der Dunkelheit. Und spätestens seitdem weiß ich:
Weihnachten ist dann, wenn Gottes Botschaft der Liebe durchbricht zu uns und uns Menschen verändert.
Weihnachten ist dann, wenn ein heiliger Moment die unheilige Welt um uns verändert… .
Weihnachten kann sich insofern auch im Supermarkt ereignen.
Wir müssen es nur zulassen.
Amen.

Sven Lundius, nach einer wahren Begebenheit

„Helmuth Hübener und seine Bedeutung heute“


– ein Gottesdienst über Zivilcourage heute am 1. Februar in St. Gabriel
in Kooperation mit der Stadtteilschule Helmuth Hübener

Am 1. Februar 2015 um 10 Uhr wollen die Klasse 5d [Klassenlehrer Herr Schiele] von der Stadtteilschule Helmuth Hübener unter Mitwirkung der Klassenpatinnen Sharin und Hasan zusammen mit Pastor Lundius einen gemeinsamen Gottesdienst gestalten, der die Zivilcourage des Nazi-Gegners Helmuth Hübener beleuchtet – und was auch wir heute daraus lernen können. In einem Anspiel wird die 5. Klasse verdeutlichen, wie wichtig es gerade auch heute ist, für Meinungsfreiheit und Toleranz einzustehen. Und: Die Klassenpatinnen Sharin und Hasan werden über Zivilcourage heute predigen. Danach laden wir ein zu einem Gedankenaustausch bei Kaffee und Tee im Gemeindesaal. Ihr Pastor Sven Lundius