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SCHULKOOPERATION



Liebe Besucher,


seit 2015 bin ich dabei, im Rahmen meiner halben Regionalstelle Schule und Kirche mehr und mehr miteinander zu vernetzen.
Ausgehend von meiner Heimatgemeinde St. Gabriel habe ich mich in diesen Monaten zunächst nach und nach in den benachbarten Schulen vorgestellt und nach Kooperationsmöglichkeiten gesucht.
Aus diesen durchgehend sehr positiven Kontakten sind dann auch schon einige konkrete Projekte entstanden.
So habe ich für die im Unterstufen-Lehrplan vorgesehene Unterrichtseinheit „Heilige Orte“ eine erlebnispädagogisch ausgerichtete Kirchenrallye entwickelt, die von den 5. Klassen des Margaretha Rothe Gymnasium und besonders der Helmuth Hübener Stadtteilschule bereits richtig gut angenommen wurden:
In Kleingruppen konnten die Jugendlichen den Kirchenraum von St. Gabriel erkunden, durften von der Kanzel mikroverstärkt aus der Bibel lesen und waren so mutig, den Kirchturm zu besteigen, um sich in luftiger Höhe die Kirchenglocken aus der Nähe anzusehen und v.a. auch anzuhören... Abgerundet wurde jede Rallye durch eine gemeinsame Auswertung im Gemeindesaal bei Saft und Keksen... — und durch einen Reflektorengel als kleines Abschiedsgeschenk, das interreligiös den Schutz Gottes symbolisiert.

Der Beginn meiner regionalen Arbeit in den Nachbargemeinden markiert dann der Schulanfängergottesdienst am 24. August, zu dem ich bewusst zwei Tage vor der Einschulung eingeladen habe. Unter Gottes Schirm ist das Motto dieses besonderen Gottesdienstes für unsere ABC Schützen — denn Gottes Segen können wir alle besonders an den Übergängen unseres Lebens gut gebrauchen!

Darüber hinaus habe ich mich mit Hilfe meiner Pastoren-Kollegen und Kolleginnen aus der Region in den Grundschulen Adolf Schönfelder Schule, Alter Teichweg und Tielohschule vorgestellt. Dabei habe ich solche Ideen wie ein Pilgerweg für Kinder und Jugendliche im Stadtpark angeboten, den ich z.B. bei einem Projekttag einer Schule integrieren könnte.
Jedenfalls denke ich, dass ich an dieser Stelle meine Kollegen und Kolleginnen aus den Gemeinden sehr sinnvoll unterstützen kann — und v.a. Zeit, Kraft und Ideen anbiete, um noch mehr kooperative Projekte zwischen Schule und Kirche auf den Weg zu bringen.

Ihr Pastor Sven Lundius

Toleranz in den Weltreligionen – oder: Was Islam und Christentum verbindet…!



Aus der schulkooperativen Arbeit von Pastor Lundius:


Ein wirkliches Highlight der schulkooperativen Arbeit in unserer Region erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b mit ihrer Klassenlehrerin Frau Miriam Badri am 23. Juni in der Stadtteilschule Alter Teichweg.
Es passiert eben trotz aller interreligiösen Bemühungen meiner Meinung nach immer noch viel zu selten, dass ein Imam und ein Pastor zusammen eine Doppelstunde zum Thema „Toleranz in den Weltreligionen“ gestalten und den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort stehen.
Die Klassenlehrerin Frau Badri hatte uns beide Geistlichen um Hilfe gebeten, da in ihrer Klasse die muslimischen Schüler und Schülerinnen aus – wie sie meinten – religiösen Gründen keine biblischen Texte behandeln bzw. eine christliche Bibel anfassen mochten.
Aus dieser Grundsituation heraus entwickelten wir zu dritt eine Doppelstunde zum Thema „Toleranz, Schöpfungsgeschichten und Naturwissenschaft“ , wozu Imam Ecran Yüksekkaya von der Zentrumsmoschee in St Georg und ich als Vertreter zweier Weltreligionen als Gesprächspartner eingeladen waren. Zudem referierten zwei Oberstufenschüler über die Evolutionsthorien von Lamarck und Darwin sowie über die gegenwärtig vertretene Urknalltheorie.
Nach einem warmen Willkommen der ganzen Klasse im Stuhlkreis entwickelte sich eine hochkonzentrierte und überaus interessante Doppelstunde, in der zunächst beide Geistliche die gegenseitige Wertschätzung der Heiligen Schriften Koran und Bibel als „Wort Gottes“ deutlich machten. Der vorbereitete Fragenbogen der Schülerinnen und Schüler bildete den roten Faden der Doppelstunde – und mehr als einmal bezog sich Imam Yüksekkaya oder ich auf die Antwort des jeweiligen anderen – insbesondere bei den Fragen von Schöpfungslehre und Jenseitsvorstellungen.
Zum Abschlss übereichten wir beiden Geistlichen unter dem Applaus der Klasse 6 b einander die jeweilige Heilige Schrift unserer jeweiligen Religion – und machten damit nicht nur symbolisch deutlich, dass wir buchstäblich keine Berührungsängste hatten.
Ihr Pastor Sven Lundius